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Reisemagazin

tunesien
Hollywood in der Wüste
 
Schon mehr als 60 Leinwandklassiker wurden in Tunesien gedreht. Von Star Wars bis Indiana Jones. Die Kulissen sind heute beliebte Ausfliegsziele.
 
 
Wohnhöhlen in Matmata  
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in karger Raum, fünf Meter lang, drei Meter breit, die Wände weiß verputzt, an der Decke ein Fresko, das an Höhlenmalereien erinnert, in der Mitte Tisch und Stühle. Das Esszimmer, in dem einst Luke Skywalker mit seinem Onkel Owen Lars über seine Zukunft als Jediritter diskutierte, sieht tatsächlich so aus wie im Film. Nur das Glas blauer Milch fehlt, und natürlich Luke Skywalker selbst, aber der Sternenkrieger ist schon wieder unterwegs zu neuen Abenteuern.

Schauplatz Matmata. Die jahrhundertealten Wohnhöhlen - von Berbern einst als Schutz gegen Hitze und Sandstürme in den Fels getrieben - scheinen wie geschaffen als Kulisse für einen Science-Fiction-Film. 1976 nutzte Meisterregisseur George Lucas die urigen Behausungen zum ersten Mal als Drehort für "Star-Wars". Seitdem ist er immer wieder gekommen. Zuletzt vor einem Jahr für Episode II, der im Mai in die Kinos kommt. Seitdem Filmteams und Kameras verschwunden gehört der Ort wieder ganz den Touristen. Ehrfürchtig wandeln sie durch den Hof des Skywalker Hauses, lichten sich gegenseitig vor den Höhleneingängen ab oder nehmen einen Drink in der mit Fotos, Figuren und anderen Star-Wars-Devotionalien geschmückten Bar. Echte Fans übernachten sogar in einem der fünf Höhlenzimmer. Denn, wenn sie nicht gerade als Drehort gebraucht wird, ist das Haus der Familie Skywalker eigentlich ein Hotel.

Keine Frage, das Land ist filmreif. Schon Franco Zeffirelli verwandelte einst Monastir in "Jesus von Nazareth" in eine biblische Hollywoodkulisse, Monty Pythen stürzten in "Das Leben des Brian" die Altstadt von Kairouan ins Chaos, Steven Spielberg drehte für Indiana Jones in Tunesien und nur wenige Dünen von Jedirittern und Sternenkriegern entfernt, bei Oung Jemel, küsste Graf Almasy (Ralph Fiennes) im "Englischen Patienten" die schöne Katharine (Kristin Scott Thomas) recht innig.

Weiter südlich, bei Douz, stehen noch die Kulissen eines Wüstenforts aus "Der Himmel über Wüste" zwischen den Dünen. Star-Wars-Fans zieht es allerdings unwiderstehlich nach Tozeur. Denn rings um die Oasenstadt lassen sich noch ganze Filmdörfer des einstigen Wüstenplaneten Tatooine bewundern. Wie Relikte aus einer andern Welt stehen die antennenbestückten Kuppelbauten aus Pappmachee und Holz jetzt einsam und verlassen im heißen Wüstensand. Viele schon arg mitgenommen durch Souvenirjäger und Sandstürme. Doch die Besucher stört das wenig: "Ich war schon oft in Tunesien, immer nur am Meer. Aber das hier, das ist etwas ganz einmaliges, sagt Peter aus Kiel.

Kinofans kommen inzwischen scharenweise in die Wüste. Zahlreiche Veranstalter haben Tagesausflüge zu den Filmsets im Programm, und in der Oasenstadt Tozeur sind neue Hotels entstanden. Wer es sich leisten kann, steigt im Luxushotel Palm Beach Palace ab, in dem auch George Lucas und seine Star Wars Truppe wohnte. An der Bar lässt es sich ganz entspannt warten - auf die Rückkehr der Jediritter zum Beispiel.

Anreise: Tunis Air fliegt wöchentlich in drei Stunden von Frankfurt direkt nach Tozeur.

 

 

 

 

 

 
 

Länderinfos: von A bis Z

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Filmreif: Hollywood in der Wüste
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