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Urlaub zwischen Ätna und Antike
Kaum eine andere Mittelmeerinsel kann mit so vielen historischen Sehenswürdigkeiten wuchern wie Sizilien. Doch nicht nur Kulturtouristen kommen auf ihre Kosten. Sizilien beeindruckt auch durch seine Naturgewalten.
 
 
Amphittheater von Taormina
© travellinxx.de
 
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er Ätna spuckt Feuer. Er raucht, und faucht, als wolle er dem Besucher gleich in der ersten Nacht zeigen, was es heißt, auf der Insel zu leben. Gespenstisch rot leuchten die Wolken über dem schneebedeckten Gipfel. Doch schon am Morgen ist der Spuk vorüber. Auf die nächtliche Eruption angesprochen zuckt der Hotelchef gleichgültig mit den Schultern, so als wolle er sagen "na und?" Ein hustender Ätna bringt keinen echten Sizilianer aus der Ruhe. Die Menschen im Osten der Insel haben gelernt mit ihrem Feuerberg zu leben.

Auch die Geschichte Catanias, der zweitgrößten Stadt Siziliens ist eng mit dem Vulkan verknüpft: Mehrfach wurde sie zerstört. Immer wieder haben ihre Bewohner sie aufgebaut - aus der schwarzen Lava des Ätna. Das verleiht der Stadt zwar ein ziemlich düsteres Gesicht, aber der erste Eindruck täuscht. Catanias lichte Momente liegen in weiten Plätzen und prächtigen Barockfassaden, Catanias Schönheit blüht in verwunschenen Hinterhöfen und zauberhaften kleinen Parks, Catanias Lebensfreude pulsiert auf dem täglichen Fischmarkt, wo Tag für Tag lauthals und gebärdenreich riesige Schwertfische, lebende Hummer, Muscheln, Seeigel, und allerlei anderes Getier den Besitzer wechseln.

Der Ätna ist das eine, die Mafia das andere große Kapitel Siziliens. Aber man kann es kurz fassen: Denn vieles ist Klischee und von der Wirklichkeit längst überholt. Palermo gehört heute zu den sichersten Städten Italiens, dem resoluten Bürgermeister Leoluca Orlando sei Dank. Selbst in den engen Altstadtgassen mit ihrem Charme verfallener Schönheit, muss sich kein Tourist fürchten. Gruseln kann man sich allenfalls im Convento dei Capucini, der wohl makabersten Sehenswürdigkeit Palermos. Die Katakomben des Klosters beherbergen rund 8000 Mumien von Kapuzinermönchen, die sich heute die neugierigen Blicke der Touristen gefallen lassen müssen. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber es zeigt, wie offenherzig die Stadt mit ihrem historischen Erbe umgeht. Und davon gibt es in Palermo mehr als genug. Allein der Normannenpalast, seit jeher das politische Machtzentrum der Insel, ist an Pracht kaum zu überbieten. Antike, arabische, byzantinische Elemente, Schnitzereien, Mosaike und Wandgemälde haben sich hier zu einzigartiger Schönheit verbunden. Nicht weniger prächtig der Dom von Monreale, der 15 Kilometer außerhalb der Stadt auf dem gleichnamigen Hügel hoch über der Stadt thront.

Dass Geschichte auf Sizilien immer auch mit Geschichten zu tun hat, zeigt das Beispiel von Syracus. Vor fast 3000 Jahren von griechischen Seefahrern gegründet stieg die Stadt schnell zur bedeutendsten Stadt der damaligen Welt auf. Zu ihren Glanzzeiten zählte sie fast eine Million Einwohner. Noch heute stößt der Besucher allenthalben - wie übrigens in vielen Städten der Südküste - auf die Relikte der griechischen Epoche und staunt nicht schlecht: Viele der antiken Hinterlassenschaften sind noch immer vollständig erhalten, denn anderes als Catania wurde Syracus nie vom Ätna verschlungen. Zuviel Ehrfurcht ist jedoch fehl am Platze. Sizilien wäre nicht Sizilien, wenn nicht über allem die typisch italienische süße Lässigkeit des Dolce Vita läge. Und so sitzt man auch in Syracus gern beim Latte Machiato und genießt die 3000 Jahre Geschichte ganz nebenbei.

Taormina - Jet Set Treff
Goethe kam, sah und schwärmte vom "Paradiesszipfel" Siziliens. Im 19. Jahrhundert baute die europäische High Society Nobelhotels und Villen, in den 60er Jahren folgte der moderne Jet Set. Heute ist Taormina auch wegen der Nähe zum Ferienzentrum Giardini Naxos mit rund einer Million Besuchern das meistbesuchte Ausflugsziel der Insel. Kilometerlang zieht sich der malerische Ort an den grünen Felsen des Monte Tauro entlang. Weil der Fußweg beschwerlich ist und die Straßen ständig verstopft sind, führt eine Seilbahn zur Altstadt empor. Dort erwartet den Besucher eine mittelalterlich-barocke Traumkulisse mit zahllosen exklusiven Boutiquen, stilvollen Trattorien, Restaurants und Cafes. Und nicht zu vergessen: das berühmte Teatro Greco, ein griechisch-römisches Amphitheater mit einem sensationellen Ausblick über die Bucht und den nahen Ätna.

 

 
Admiralssauce
Cipolline al vino bianco
Fischröllchen
Hasenragout
Hackfleischsoße
Pfannkuchen-Lasagne
Fenchelsalat
Käsesalat
Orecchiette
Sauerkrautauflauf


 

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